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Wie wirkt sich männliche Unfruchtbarkeit auf die IVF-Behandlung aus? Was ist ICSI?

Männliche Faktoren (Spermienprobleme) machen etwa 40–50 % der Ursachen für ungewollte Kinderlosigkeit aus. Die häufigste Diagnose ist die Samenanalyse (WHO 2021, 6. Auflage, Referenzuntergrenzen: progressive Motilität PR ≥ 30 %, normale Morphologie ≥ 4 %). Bei eindeutigen Spermienproblemen ist ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion) eine häufig verwendete Laboroption in der IVF-Behandlung. Im Folgenden handelt es sich um eine neutrale Aufklärungszusammenstellung, keine medizinische Beratung.

WHO-Laborhandbuch zur Untersuchung und Aufbereitung von menschlichem Sperma, 6. Auflage (2021) ↗

Wie bereitet man sich auf eine Samenanalyse vor? Wie viele Tage Enthaltsamkeit?

Die Samenanalyse ist die zentrale Untersuchung der männlichen Beurteilung. Die Art der Probenentnahme beeinflusst die Genauigkeit der Ergebnisse. Die üblichen Vorbereitungspunkte sind:

  • Enthaltsamkeitstage: Etwa 2–7 Tage vor der Probenentnahme keine Ejakulation. Ein zu kurzer oder zu langer Abstand kann die Parameter beeinflussen.
  • Zustand vor der Probenentnahme: Vermeiden Sie Alkoholkonsum und achten Sie auf kürzliches Fieber (Fieber kann vorübergehend die Spermienqualität beeinträchtigen).
  • Methode der Probenentnahme: Meistens wird die Probe in der Klinik durch Masturbation gewonnen und vollständig gesammelt (das erste Sperma hat eine höhere Konzentration, vermeiden Sie Verlust).
  • Bei Probenentnahme zu Hause: Die Probe muss innerhalb von etwa 30–60 Minuten bei körpertemperaturähnlicher Wärme und ohne Sonneneinstrahlung ins Labor gebracht werden.
  • Einzelergebnisse schwanken leicht: Bei abnormalen Ergebnissen wird in der Regel nach einem Zeitabstand (etwa 2–4 Wochen oder mehr) eine erneute Untersuchung zur Bestätigung durchgeführt, nicht nur eine einzelne Beurteilung.

Dieser Abschnitt ist eine neutrale Aufklärungszusammenstellung, keine medizinische Beratung. Die tatsächlichen Probenentnahmeregeln richten sich nach der Einrichtung.

Was bedeuten die Begriffe „Oligozoospermie, Asthenozoospermie, Teratozoospermie, Azoospermie“ im Spermiogramm?

Im Spermiogramm werden häufig Fachbegriffe zur Beschreibung von Auffälligkeiten verwendet. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht:

BegriffEnglischBedeutung
OligozoospermieOligozoospermiaNiedrige Spermienkonzentration oder -gesamtzahl
AsthenozoospermieAsthenozoospermiaNiedrige progressive Motilität
TeratozoospermieTeratozoospermiaNiedriger Anteil normaler Morphologie
Oligo-Astheno-Teratozoospermie (OAT)OATKombination der drei genannten Auffälligkeiten
AzoospermieAzoospermiaKeine Spermien im Ejakulat nachweisbar (unterteilt in obstruktive und nicht-obstruktive Form)
KryptozoospermieCryptozoospermiaNur nach Zentrifugation und Konzentration sehr wenige Spermien nachweisbar

Die Beurteilung erfolgt anhand der Referenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Einzelne abnormale Werte erfordern eine Wiederholungsuntersuchung. Die Gesamtbedeutung wird vom Arzt je nach individuellem Fall bewertet. Dieser Abschnitt ist eine neutrale Informationszusammenstellung, keine medizinische Beratung.

Was ist der Unterschied zwischen PESA, TESE und micro-TESE bei Azoospermie oder schwieriger Spermiengewinnung?

Wenn im Ejakulat keine verwertbaren Spermien gewonnen werden können, kann eine operative Spermienentnahme erforderlich sein, die dann mit der intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) zur Befruchtung kombiniert wird. Ein Vergleich der gängigen Verfahren:

VerfahrenEntnahmeort / MethodeHäufige Anwendung
PESAPerkutane NebenhodenaspirationObstruktive Azoospermie (Spermien im Nebenhoden vorhanden)
MESAMikrochirurgische NebenhodenspermienextraktionObstruktive Azoospermie, Entnahme unter dem Mikroskop
TESEHodenbiopsie zur SpermiengewinnungObstruktive oder nicht-obstruktive Fälle
micro-TESEMikrochirurgische Hodenspermienextraktion (Suche nach Samenkanälchen unter dem Mikroskop)Nicht-obstruktive Azoospermie, hilft eher, seltene Spermien zu finden

Die gewonnenen Spermien werden meist mit ICSI zur Befruchtung verwendet. Ob Spermien gewonnen werden können und die Wahl des Verfahrens müssen vom Arzt beurteilt werden. Dieser Abschnitt ist eine neutrale Informationszusammenstellung, keine medizinische Beratung.

Wie läuft der Untersuchungsablauf bei männlicher Unfruchtbarkeit in etwa ab?

Die männliche Beurteilung erfolgt in der Regel schrittweise von einfach zu komplex, um die Ursache zu klären. Die üblichen Schritte sind:

  1. Anamnese und körperliche Untersuchung: Erfragen von Vorerkrankungen, Operationen (z. B. Leistenbruch, Hodenhochstand), Medikamenteneinnahme und Lebensstil; körperliche Untersuchung der Hoden.
  2. Samenanalyse: Zentrale Erstuntersuchung; bei Auffälligkeiten wird eine Wiederholungsuntersuchung vereinbart.
  3. Hormonuntersuchung: Bei Bedarf Bestimmung von FSH, LH, Testosteron, Prolaktin usw.
  4. Bildgebung: Skrotale Sonographie zur Beurteilung von Varikozele und strukturellen Problemen.
  5. Genetische Untersuchung: Bei schwerer Oligozoospermie oder Azoospermie können Chromosomenanalyse, Y-Chromosom-Mikrodeletionen usw. durchgeführt werden.
  6. Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Bei Bedarf gemeinsame Planung des weiteren Vorgehens durch Urologie (männliche Reproduktion) und Reproduktionsmedizin.

Die tatsächlichen Untersuchungen variieren je nach individuellem Fall und Einrichtung und werden vom Arzt festgelegt. Dieser Abschnitt ist eine neutrale Informationszusammenstellung, keine medizinische Beratung.

Übersicht der WHO 2021 (6. Auflage) Referenzuntergrenzen für die Samenanalyse

Bei Erhalt des Spermiogramms werden häufig die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Referenzuntergrenzen zum Vergleich herangezogen. Die folgende Tabelle listet die Untergrenzen der WHO 2021 (6. Auflage) auf und kennzeichnet Unterschiede zur WHO 2010 (5. Auflage), um die Verwendung veralteter Werte zu vermeiden.

ParameterWHO 2021 (6. Auflage) UntergrenzeUnterschied zur 5. Auflage
Ejakulatvolumen≥ 1,4 mL5. Auflage: ≥ 1,5 mL
Spermienkonzentration≥ 16 Millionen/mL5. Auflage: ≥ 15 Millionen/mL
Gesamtspermienzahl≥ 39 Millionen pro EjakulationUnverändert
Gesamtmotilität (PR+NP)≥ 42 %5. Auflage: ≥ 40 %
Progressive Motilität (PR)≥ 30 %5. Auflage: ≥ 32 %
Lebensfähigkeit≥ 54 %5. Auflage: ≥ 58 %
Normale Morphologie≥ 4 %Unverändert
pH-Wert≥ 7,2Unverändert

Diese Werte sind die „5. Perzentil-Untergrenzen“, die aus einer großen Population bereits gezeugter Männer abgeleitet wurden. Sie sind statistische Referenzen und keine absolute Grenze zwischen „normal“ und „abnormal“. Ein einzelner Wert unterhalb der Untergrenze bedeutet nicht Unfruchtbarkeit; in der Regel wird nach einem Zeitabstand eine Wiederholungsuntersuchung zur Bestätigung durchgeführt. Die Gesamtbedeutung wird vom Arzt je nach individuellem Fall beurteilt.

Die Referenzwerte basieren auf der WHO 6. Auflage (2021). Die Laborstandards können leicht variieren. Dieser Abschnitt ist eine neutrale Informationszusammenstellung, keine medizinische Beratung.

Häufig gestellte Fragen

Wie wird männliche Unfruchtbarkeit diagnostiziert?

Häufige Diagnoseinstrumente sind die Samenanalyse (Beurteilung von Spermienkonzentration, Motilität, Morphologie), Hormonuntersuchungen und gegebenenfalls eine Hodenbiopsie zur Spermiengewinnung. Die Diagnose muss von einem Urologen oder Reproduktionsmediziner je nach individuellem Fall gestellt werden. Diese Seite enthält neutrale Aufklärungsinformationen, keine medizinische Beratung.

Was ist ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion)?

ICSI (Intracytoplasmic Sperm Injection) ist eine Befruchtungsmethode im Rahmen der IVF, bei der ein Embryologe eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle injiziert. Sie wird bei niedriger Spermienkonzentration, eingeschränkter Motilität oder abnormaler Morphologie eingesetzt. Die Entscheidung zur Anwendung trifft der Arzt.

Welche Parameter werden im Spermiogramm betrachtet?

Die Referenzuntergrenzen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 2021 (6. Auflage) umfassen: Ejakulatvolumen ≥ 1,4 mL, Gesamtspermienzahl ≥ 39 Millionen pro Ejakulation, Spermienkonzentration ≥ 16 Millionen/mL, Gesamtmotilität ≥ 42 %, progressive Motilität (PR) ≥ 30 %, normale Morphologie ≥ 4 %. Die Laborstandards können leicht variieren. Es wird empfohlen, die Bedeutung des individuellen Befunds vom Arzt erläutern zu lassen.

Was sind häufige Ursachen für männliche Unfruchtbarkeit?

Häufige Faktoren sind Varikozele, Hormonstörungen (z. B. niedriges Testosteron), Verschluss der Samenleiter, Chromosomenanomalien (z. B. Y-Chromosom-Mikrodeletionen, Klinefelter-Syndrom) sowie bestimmte Chemotherapien oder Operationen in der Vorgeschichte. Die genaue Ursache muss vom Arzt diagnostiziert werden.

Welche Untersuchungen sind vor einer IVF-Behandlung beim Mann erforderlich?

In der Regel sind eine Samenanalyse, ein Infektionsscreening (HIV, Syphilis, Hepatitis B/C), gegebenenfalls eine Hormonbestimmung und eine genetische Beratung erforderlich. In bestimmten Fällen (z. B. Azoospermie) kann eine Hoden- oder Nebenhodenspermienextraktion (TESE/PESA/MESA) zur Beurteilung notwendig sein. Die genauen Untersuchungen richten sich nach den Vorgaben der Einrichtung.

Können Männer mit Azoospermie eine IVF-Behandlung durchführen?

Azoospermie wird in obstruktive und nicht-obstruktive Formen unterteilt. Bei obstruktiver Azoospermie (z. B. Verschluss der Samenleiter) können Spermien durch Nebenhoden- oder Hodenbiopsie (PESA/TESE) gewonnen und mit ICSI verwendet werden. Bei nicht-obstruktiver Azoospermie ist die Situation komplexer; ob Spermien gewonnen werden können, muss vom Arzt beurteilt werden. Diese Seite enthält neutrale Informationen, keine medizinische Beratung.

Welche Beziehung besteht zwischen einer Varikozele-Operation und einer IVF-Behandlung?

Eine Operation der Varikozele (Varikozelenoperation) kann die Samenparameter verbessern, aber die Wirkung ist individuell unterschiedlich und erfordert mehrere Monate Beobachtung. Ob eine Operation durchgeführt wird und wie sie den IVF-Behandlungsplan beeinflusst, sollte gemeinsam von Urologen und Reproduktionsmedizinern beurteilt werden. Diese Seite enthält neutrale Informationen.

Erhöht die Verwendung von ICSI die Kosten einer IVF-Behandlung?

ICSI ist in der Regel mit zusätzlichen Laborkosten verbunden, die je nach Einrichtung variieren. Auch operative Spermienentnahmen (TESE/PESA) werden separat berechnet. Es wird empfohlen, bei der Beratung eine vollständige Kostenaufstellung einschließlich möglicher Verfahren anzufordern. Diese Seite enthält neutrale Informationen; die Kosten richten sich nach den schriftlichen Angaben der Einrichtung.

Weiterführende Referenzen (offizielle Datenquellen)

· Diese Seite enthält neutrale Informationen, die nur zu Referenzzwecken dienen, nicht als medizinische Beratung und stellen keine Behandlungszusage dar. Maßgeblich sind die offiziellen Bekanntmachungen der zuständigen Behörden und die Erläuterungen qualifizierter Ärzte.